Strompreise sinken durchschnittlich um 10 Prozent
Strom
Per 1. Januar 2027 sinken die Stromkosten für einen typischen Vierpersonenhaushalt in Zofingen und Strengelbach um rund 141 Franken pro Jahr. Der Hauptgrund für die Preissenkung sind tiefere Beschaffungskosten für elektrische Energie.
Die Stromkosten 2027 hängen vom Tarif und Verbrauchsprofil ab. Während Haushalte und kleine Betriebe von tieferen Kosten profitieren, steigen bei grösseren Strombezügern teilweise die Netznutzungskosten aufgrund höherer Leistungspreise.
Energiepreis sinkt deutlich
Der Strompreis setzt sich aus den Energiekosten für den gelieferten Strom, der Netznutzung für Bau, Betrieb und Unterhalt der Stromnetze sowie dem Messtarif und den Abgaben zusammen. «StWZ kann die Strompreise für 2027 um durchschnittlich 10 Prozent reduzieren, da die Kosten für die Strombeschaffung gesunken sind», erklärt Claudia Beck, Leiterin Kundenservice bei StWZ Energie AG. Zusätzlich fällt die Belastung durch sogenannte Deckungsdifferenzen der Vorjahre – Abweichungen zwischen den prognostizierten und den tatsächlich angefallenen Kosten – deutlich geringer aus als im Vorjahr. Ein typischer Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4’500 Kilowattstunden zahlt daher jährlich rund 141 Franken weniger für Strom. Claudia Beck ergänzt: «Das Standardprodukt ECO kostet in Zofingen ab 2027 durchschnittlich 28.37 Rappen pro Kilowattstunde. In Strengelbach beträgt der Durchschnittspreis 28.57 Rp./kWh.» Die Differenz von 0.20 Rp./kWh erklärt sich durch die höhere Konzessionsabgabe der Gemeinde Strengelbach von 1.00 Rp./kWh gegenüber 0.80 Rp./kWh in Zofingen. «Die deutlich tieferen Energiepreise führen für die meisten Kundinnen und Kunden zu einer spürbaren Entlastung. Wie stark die Stromkosten im Einzelfall sinken, hängt jedoch vom jeweiligen Tarif und vom individuellen Verbrauchsprofil ab», erklärt Beck.
Netznutzungskosten für Haushalte sinken leicht
Die Netznutzung umfasst die Kosten für die Nutzung des Stromnetzes sowie die Beiträge an Swissgrid für Systemdienstleistungen, Stromreserve und sogenannte «solidarisierte Kosten». Die Systemdienstleistungen für die Netzstabilität der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid sinken von 0.27 auf 0.19 Rp./kWh. Die Kosten für die Winterstromreserve sinken von 0.41 auf 0.17 Rp./kWh. Die «solidarisierten Kosten» dienen den Netzverstärkungen in den unteren Netzebenen sowie der Überbrückungshilfe der Aluminium- und Stahlindustrie. Diese steigen von 0.05 auf 0.19 Rp./kWh. Gesamthaft sinken diese drei Swissgrid-Komponenten um 0.18 Rp./kWh. Dem stehen steigende Kosten für das vorgelagerte Netz sowie leicht höhere eigene Netzkosten pro Kilowattstunde gegenüber. Die Konzessionsabgaben an die Gemeinden und der Netzzuschlag des Bundes zur Förderung erneuerbarer Energien bleiben unverändert. Insgesamt sinken die Netznutzungskosten für einen typischen Vierpersonenhaushalt um 0.51 Rp./kWh beziehungsweise 4.1 Prozent.
Leistungspreise für Gewerbe und Industrie steigen
Das Stromnetz muss unabhängig von der tatsächlich bezogenen Energiemenge jederzeit auf die maximal benötigte Leistung ausgelegt sein. Ab 2027 gewichtet die Betreiberin des vorgelagerten Netzes die maximale bezogene Leistung stärker. Während bisher die höchste gemessene Leistung eines einzelnen Monats für die Verrechnung der Leistung massgebend war, zählt künftig der höchste innerhalb eines Jahres gemessene Leistungswert. Dadurch können einzelne hohe Leistungsspitzen die Netzkosten stärker beeinflussen als bisher. StWZ gibt diese Kosten verursachergerecht über den Leistungspreis weiter. Für Kunden der Tarife «Gewerbe & Industrie» sowie «Industrie» steigen die Netzkosten dadurch an. Die konkrete Veränderung der gesamten Netznutzungskosten hängt von der individuellen Leistungsspitze und dem Verbrauchsprofil ab.
Messtarife steigen leicht
Die seit 2026 separat ausgewiesenen Messtarife decken die Kosten für physische Zähler, Messung, Auslesung, Datenübermittlung und -bereitstellung. Der Messtarif wird per 2027 leicht erhöht, da die bisherigen Tarife die Kosten nicht decken. Für die Haushalte und Gewerbebetriebe in der Niederspannung steigt der Messtarif von CHF 5.35 auf CHF 6 pro Monat. In der Mittelspannung, die vor allem bei grösseren Industriekunden eingesetzt wird, steigt er von CHF 30 auf CHF 35 pro Monat.